Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) ist ein zentrales Reformvorhaben auf den Weg gebracht worden, das weit mehr bedeutet als nur eine politische Reaktion auf Versorgungsengpässe und Finanzierungsprobleme. Es bringt eine neue Steuerungslogik in das Krankenhauswesen – eine Logik, die nicht mehr nur primär entlang von Fachabteilungen funktioniert, sondern die Leistungssicht erneut stärker in den Fokus rückt. Diese Neuausrichtung hat direkte Folgen für Planung, Analyse und Verantwortungszuordnung – insbesondere im Controlling.
Bisher war das Krankenhauscontrolling eng an die klassische Abteilungsstruktur gekoppelt: Kostenstellen, Budgets, Zielvereinbarungen – alles war entlang der organisatorischen Einheiten aufgebaut. Das KHVVG fordert nun eine Zuweisung der Budgetverantwortung an definierte Leistungsgruppen. Statt beispielsweise der Inneren Medizin als Einheit, rückt nun die "Leistungsgruppe Herzinsuffizienz" oder "Leistungsgruppe Diabetes" in den Fokus der Betrachtung.Diese neue Zuordnung folgt der Idee, die Versorgung stärker an medizinischen Bedarfen auszurichten und Strukturvorgaben mit finanzieller Steuerung zu verbinden. Für das Controlling heißt das: Weg von der reinen Kostenstellenlogik, hin zu einer struktur- und leistungsbasierten Sichtweise.
Diese Neuausrichtung ist in besonderem Maße eine technische Herausforderung – vor allem im Hinblick auf die Einführung einer leistungsgruppenbasierten, fallbezogenen Kostenträgerrechnung.Das klassische Controlling, das primär auf Kostenstellen- oder Abteilungsebene operierte, stößt hier an seine Grenzen. Stattdessen bedarf es einer durchgängigen Integration medizinischer und betriebswirtschaftlicher Daten auf Fallebene. Vier zentrale Aufgabenbereiche treten dabei in den Vordergrund: